Wohnen in der Schweiz

Eine nationale Wohnstrategie der Heilsarmee Schweiz 

 

Die Direktion der Heilsarmee Schweiz hat Ende 2018 unter anderem das Wohnen als eine ihrer Kernkompetenzen definiert. Es muss davon aus-gegangen werden, dass bezahlbarer Wohnraum in Zukunft auch in der Schweiz immer knapper wird. Deshalb werden Lösungen im Bereich der Sozialen Wohnangebote immer nötiger. "Wir wollen die zukünftigen Heraus-forderungen rund um das Thema Wohnen proaktiv angehen und innovative Lösungen entwickeln, und so den Behörden, der Politik und der Gesell-schaft eine attraktive und starke Partnerin sein." (Daniel Röthlisberger)

Die Heilsarmee und ihre heutigen Wohn- und entsprechenden Begleit-Angebote (Stand Juni 2019)

Die Heilsarmee führt in der deutschsprachigen und der französischen Schweiz 1’240 stationäre, teilstationäre und offene Plätze (Passanten-heime, Sozialzimmer in den Korps, usw.), aber auch verschiedene Anlaufstellen und Angebote der ‘aufsuchenden Unterstützung’ (psych. Spitex, Sozialberatungsstellen, Begleitetes Wohnen, Wiedereingliederungs-Angebote, etc.). Hinzu kommen die Arbeitsintegrationsangebote des ‘travailPlus’ (Hands-On, Home Plus, Textilprogramm, Leuchtturm), die Führung verschiedener Kollektivunterkünfte (828 Plätze) und Regional-stellen (Koordination, Beratung & Begleitung von 2’150 Menschen in 785 Wohnungen) für Migrantinnen und Migranten der Heilsarmee Flüchtlings-hilfe. Als Vermieterin tritt die Heilsarmee als sozial verantwortliche Hauseigentümerin auf, die dem Trend der unbezahlbaren Wohnungen entgegenwirken will.

 

Prekäres Wohnen, Wohnungsnot

Bis heute liegt noch keine nationale Studie (Statistik) zur Situation von Menschen in ‘prekären Wohnsituationen’, bzw. zur Obdachlosigkeit in der Schweiz vor (geplant für 2020-21 durch die FHNW). Eine erste Studie im Bereich Obdach- und Wohnungslosigkeit in den zwei Basler Kantonen hat die Fachhochschule jedoch bereits durchgeführt. In dieser Studie wurden in Basel-Stadt 362 Menschen erfasst, die in 'Prekären Wohnsituationen' leben. Ende 2016 waren gemäss dem Schweizerischen Bundesamt für Statistik 7.5% der Bevölkerung der Schweiz von Armut betroffen - das sind 615'000 Menschen mit einem Einkommen von weniger als 2’247.- SFr. mtl.). Diese Zahlen zusammen mit denen der FEANTSA (Full Report: Third Overview of housing Exclusion in Europe, 2018) zeigen, wie wichtig und dringend gezielte Angebote durch die Heilsarmee schon heute sind.

 

‚Wohnen in der Schweiz‘ der Heilsarmee

Weil die Heilsarmee das Problem erkannt hat, hat sie eine Projektgruppe "Wohnen in der Schweiz" gegründet. Diese setzt sich aus Mitarbeitenden aus den verschiedenen Abteilungen und Externen Fachpersonen zusammen. Seit Ende Februar 2019 klärt die Projektgruppe, wie bestehende Dienstleistungen ausgeweitet und welche Angebote neu geschaffen werden könnten, um Menschen in ‘prekären Wohnsituationen’ entsprechend beistehen, befähigen und unterstützen zu können.

 

Die Projektgruppe erstellt bis ca. Ende 2019 Grundlagen, um die Direktion darin zu unterstützen, entsprechende Entscheidungen und Massnahmen zu treffen. Diese Dokumente erarbeitet "Wohnen in der Schweiz" zusammen mit Vertretenden der Politik, Sozialen Institutionen, Organisationen und Fachhochschulen.

 

Bereits jetzt konnte die Arbeitsgruppe verschiedene Zielgruppen ausmachen. Darin spiegeln sich schon die unterschiedlichen angestrebten Dienstleistungsbereiche:

 

Bereitstellen und Betrieb von Notunterkünften, bzw.

... Notwohnungen/-Zimmer (Aufenthalt auch tagsüber möglich)

Eigene Wohnungen vermieten

Prinzip ‘Housing First’

Wohnkostenzuschüsse stellen

Mietgarantien gegenüber Vermietungen

Mahlzeiten bieten

Bekleidung, Möbel, Einrichtungen

Beratung/Befähigung zu Wohnen und Arbeit (Leben)

Wohnbegleitung

Erreichbarkeit sichern (Interims-Adresse, Briefkasten, Telefon)

Coaching

Case-, Care-Management

Soziokulturelle Unterstützung / Sozialraumorientierung

 

Wir wollen nachhaltige Dienstleistungen und Angebote schaffen, die die Würde des Menschen sichern und ihn befähigen. Wohnen/Sein soll für alle selbstverständlich sein.

 

Die Arbeitsgruppe ‚Wohnen in der Schweiz‘ freut sich über jeden Hinweis, den Sie uns senden, und sei er noch so klein. Jede Idee zum Thema Wohnen und Wohnunterstützendes schätzen wir! Wo sehen Sie Möglich-keiten, diesbezüglich Menschen zu befähigen und zu unterstützen?

 

Mit ganz liebem Dank für Ihr Mitdenken!

 

Til Margraf

Projektleiter "Wohnen in der Schweiz"

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Die Heilsarmee Schweiz hat eine Fachstelle für soziale Gerechtigkeit. Die Themen, mit denen sich die Fachstelle zurzeit beschäftigt, sind soziale GerechtigkeitMenschenhandel, Migration und Community.

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