Ich pflege Beziehungen

 

„Ich suche den regelmässigen Kontakt und pflege berufliche Bezie-hungen. Dabei bin ich nahbar, offen und ehrlich zu mir selbst und zu den anderen."

 

Wenn ich ehrlich zu mir selber bin, dann beinhaltet dieser Führungs-grundsatz für mich eine der grössten Herausforderungen. Ich bin nicht aktiv auf Social Media, kommuniziere gerne auf Sachebene und bin auch bei Networking-Anlässen nicht derjenige, der mit den meisten Visitenkarten nach Hause geht. Trotzdem besteht mein Alltag mehrheitlich aus Begegnungen mit Menschen – in Sitzungen, Bilas, Telefonaten und Tür-angelgesprächen. Diese können interessant oder mühsam, freundlich oder gehässig, produktiv oder langfädig, emotional oder sachlich sein. 

Haben meine Begegnungen immer einen Zweck? Braucht es einen, oder ist die Begegnung selbst der Zweck? Da bin ich mir nicht sicher. Jedenfalls haben viele meiner Begegnungen einen Titel, zum Beispiel „Bila HandsOn FRI und JC". Ob der Inhalt dem Titel entspricht, ist nicht immer offen-sichtlich. Häufig sind die Resultate anders als erwartet.

 

Die Herausforderung in Begegnungen für mich persönlich ist das Synchron-sein. Oft passiert es mir, dass ich gedanklich noch bei der letzten Begegnung bin, oder schon bei der nächsten. Mich im Moment ganz auf mein Gegenüber einzulassen und von meinen Erwartungen und Zielen abzuweichen, finde ich schwierig. Und dann sind da noch die ungeplanten Begegnungen. Die Wichtigkeit einer Begegnung zeigt sich meist im Nachhinein. Und manchmal auch gar nicht.

 

Seit 1 ½ Jahren bin ich in Arbeitsgruppen mit Personen aus anderen christlichen sozialen Institutionen der Schweiz unterwegs. In dieser Zeit haben sich zwischen den teilnehmenden Personen und Institutionen sehr gute Beziehungen entwickelt. Am Anfang etwas abtastend, kam man sich über gemeinsame Werte, Bedürfnisse und den ehrlichen Austausch näher. Ein erstes Resultat daraus ist „PLAK", eine Plattform für die Akquisition von Arbeitsaufträgen für Institutionen in der Arbeitsintegration. PLAK ist im Mai für zwei Jahre als Testprojekt gestartet. In diesem Zeitraum werden wir uns weiterhin regelmässig austauschen. Selbst wenn das Projekt scheitern sollte, sind die entstanden Beziehungen den Aufwand wert. Sie werden sich nachhaltig fruchtbar auswirken.

 

Beziehungspflege ist nicht nur Führungsaufgabe, weshalb der Auftrag auch für Mitarbeitende gilt. Wenn ich mir das Potenzial des Netzwerks aller Mitarbeitenden der Heilsarmee vorstelle, dann leuchten meine Augen.

 

Ich wünsche Ihnen, Ihren Mitarbeitenden und auch mir selbst mehr zweckfreie, synchrone, spontane und fruchtbare Begegnungen. Darin sehe ich ein grosses Potenzial.

 

Manuel Breiter

Co-Leiter travailPLUS

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Kommentare: 1
  • #1

    Christian Russ (Dienstag, 24 Juli 2018 09:14)

    Manuel, danke für Deinen erfrischend, inspirierenden Beitrag. Tut gut!

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