Ich übernehme Verantwortung

Liebe Blog-lesende

 

«Ich kenne meinen Kompetenzbereich, setze mich aktiv und engagiert dafür ein und übernehme für diesen sowohl im Guten wie im Schlechten die Konsequenzen.»

 

So lautet einer der Führungsgrundsätze des Sozialwerks, der uns bei unserer Tätigkeit als Leitplanke dienen soll. Jeder von uns trägt auf seiner Ebene ein Leben lang Verantwortung, sei es im Geschäfts- oder im Privatleben.

 

Und wir alle haben Pflichten zu erfüllen - in der Schule, in der Familie, bei der Arbeit, als Bürger unseres Landes. Wir alle erleben, was es heisst, Verantwortung zu tragen.

 

Verantwortlich zu sein bedeutet, sich seiner Handlungen bewusst zu sein und de facto die Konsequenzen zu übernehmen.

Was ist mein Verantwortungsbereich?

Als Führungskraft trage ich eine grosse Verantwortung. Ich muss mein Pflichtenheft sowie verschiedene Vorschriften erfüllen, Verfahren befolgen, Fristen einhalten usw. Einige Bereiche sind sehr klar und definiert und dann gibt es da noch diese anderen Verantwortungsbereiche. Gerade in den weniger technischen Bereichen, bei denen Menschen im Spiel sind, ist es manchmal schwierig zu erkennen, wie weit meine eigene Verantwortung geht. Oft bedeutet das Übernehmen von Verantwortung zu wählen und zu entscheiden, das Bestmögliche zu tun oder zumindest den geringst-möglichen Schaden anzurichten. Und dann die Konsequenzen zu tragen.

Je nach Persönlichkeit fühlen wir uns für alles oder nichts verantwortlich oder sind fähig, den richtigen Mittelweg zwischen dem Guten und dem weniger Guten zu finden. Umso wichtiger ist es deshalb, den Verantwortungsbereich klar zu definieren, sei es auf der Ebene der strategischen oder operativen Entscheidungen, der Personalrekrutierung, des Budgets, der Fristen ...

 

Ich bin einerseits verantwortlich für die gute Führung und andererseits auch für die effiziente Nutzung derjenigen Ressourcen, die mir sowohl auf personeller als auch auf materieller Ebene anvertraut sind. Es liegt auch in meiner Verantwortung, die Dinge zu erkennen, die gut laufen und diejenigen, die nicht gut laufen. Wir wollen in der Heilsarmee eine Kultur entwickeln, in der wir uns gegenseitig konstruktiv Feedback geben! Dieses Instrument kann dazu genutzt werden, um sich innerhalb der Grenzen der eigenen Funktion auf angemessene Weise zu bewegen. 

Wie kann Verantwortung übertragen werden?

Einer Person Verantwortung zu übertragen, erfordert ein gewisses Mass an gegenseitigem Vertrauen. Es geht auch darum, an die Person zu glauben und in deren Fähigkeiten und Kompetenzen zu vertrauen, die es braucht, um eine Mission auszuführen. Unser Gegenüber muss verstehen, was von ihm erwartet wird, welche Anforderungen erfüllt werden müssen, was die Rahmenbedingungen sind und welche Kompetenzen notwendig sind, um eine Verantwortung wahrzunehmen. Zur Kultur unserer Organisation sollte ebenfalls gehören, dass man dem anderen oder sich selbst erlaubt, Fehler zu machen. Doch das ist leider ein kleines Tabuthema, selbst wenn wir vom Verstand her prinzipiell zustimmen. Ich erinnere mich, wie ich zu einem Kollegen sagte: «Du bist wirklich genial!» Und wie er mir antwortete: «Weisst du, manchmal kann ich auch sehr enttäuschen.» Aber natürlich! Wir sind und bleiben Menschen mit all unseren Stärken und Schwächen.

 

Unser Vertrauen in den andern auszudrücken heisst auch, an ihn zu glauben und an seine Fähigkeiten, seine Ziele zu erreichen und das Beste aus sich herauszuholen. Es ist das Streben nach gegenseitiger Zufriedenheit – innerhalb des vorgegebenen Rahmens. Das Streben nach einer Win-Win-Situation, bei der es keine Verlierer gibt.

Persönliche Herausforderungen

Ich habe von Natur aus die Tendenz, mich für alle und alles verantwortlich zu fühlen. Um mich aber nicht von all dem Leid dieser Welt überrollen zu lassen, stelle ich mir regelmässig die folgende Frage: «Was ist denn eigentlich von mir abhängig?» 

Als die älteste meiner Geschwister und als Mutter meiner Kinder habe ich ein Verantwortungsgefühl. Ich möchte, dass sich die Menschen um mich herum sicher fühlen, dass es ihnen an nichts fehlt und sie glücklich sind. Was für eine Illusion - was für ein Ideal!

Glücklicherweise habe ich mit den Jahren und mit steigender Lebenserfahrung gelernt, dass dies nicht in meiner Macht steht. Ich wurde sehr viel bescheidener. Ich habe gelernt, mein Gegenüber als Person anzusehen, die ebenfalls über Ressourcen und Fähigkeiten verfügt, um Entscheidungen für ihr eigenes Leben zu treffen und die Konsequenzen zu tragen. Und ich lerne auch, Mitverantwortung in bestimmten Bereichen zu entwickeln.

 

Noch immer berühren mich Menschen in Leid und Not. Und ich werde immer versuchen, die Ursachen zu verstehen, die dazu führen, dass eine Person bestimmte Entscheidungen trifft oder nicht trifft. Mein Herz ist und bleibt mitfühlend, das ist Teil meiner DNA und beeinflusst mein Verhalten und mein Handeln zugunsten der am stärksten Benachteiligten. Vermutlich ist das einer der Gründe, weshalb ich an den Werten der Heilsarmee festhalte.

 

Das sind die Werte, für die die Heilsarmee steht: Würde, Hoffnung, Gerechtigkeit, Liebe, Freiheit, Versöhnung und Verantwortung.

Verantwortung: 1. Mose 2,15; 2. Mose 23,11

Wir tragen eine doppelte Verantwortung gegenüber dem Schöpfer und der Schöpfung. Diese Verantwortung beeinflusst unser Verhalten und unser sozio-politisches Engagement. Deshalb wollen wir uns für die Verteidigung der Interessen der Schwächsten einsetzen.

Fazit

Ich möchte weiterhin Verantwortung übernehmen, indem ich mich auf die anderen und den Allmächtigen verlasse und mit Menschen für Menschen unterwegs bin.

 

Agnès Wahli

Geschäftsleiterin Soziale Institutionen Romandie 

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