Wie ich zu mir selbst Sorge trage

Seit 36 Jahren bin ich berufstätig. Diesem Führungsgrundsatz nachzuleben, war in diesen Jahren nie einfach für mich. Ich bin ein Mensch, der Projekte liebt. Immer wieder stürzte ich mich in eine neue Herausforderung. Mein erstes Projekt war der Aufbau eines Verlagshauses kurz nach der Beendigung meiner Lehrzeit, was haarscharf nicht mit einem Burnout endete. Ich testete meine Grenzen aus.

Wenn in all den Jahren da nicht meine Familie gewesen wäre, die mich lehrte, dass Arbeit nicht alles ist, hätte ich wohl „Ich trage Sorge zu mir selbst" einfach ignoriert und letztendlich auch einen hohen Preis dafür bezahlt. 

 

Je älter ich wurde, desto mehr lernte ich dank Selbstreflektion dazu. Zum Beispiel, dass „Sorge tragen zu mir selbst" drei Dimensionen hat, die alle gleich wichtig für mich sind: Mein Körper, meine Seele und mein Geist verlangen danach.

 

Sorge tragen zu meinem Körper

Jeder hat da seine eigenen Herausforderungen. Die meine ist es, regelmässig und gesund zu essen. Da ich viel unterwegs bin, ist Fast-Food überall präsent. Zudem braucht es Zeit, zwischendurch auch Pausen einzuschalten. Diese habe ich nicht immer und schon beginnt der Teufelskreis. Zudem bin ich heute über 50-jährig und Essen braucht nun definitiv weniger Disziplin als wöchentlich Sport zu treiben. Sport benötigt mein Körper, auch wenn ich beim Arbeiten ein Marathonläufer bin.

 

Ein weiterer wichtiger Bestandteil meines „Sorge-tragen-Programms" ist der fast tägliche, kurze Mittagsschlaf. Egal wann und wo. 20 Minuten ganz herunterfahren und die Augen schliessen. Wenn das einmal geübt und eingespielt ist, ist es eine super Sache.

 

Sorge tragen zu meiner Seele

Damit sind wir bei den Dingen angekommen, die für mich ein Lebenselixier sind: Beziehungen zu meinen nächsten Familienmitgliedern und zu Freunden pflegen. Aktivitäten, die dazu dienen, die Seele baumeln zu lassen. Ferien, gutes Essen, Gartenarbeiten, Natur oder sonst ein Hobby. Diese Dinge müssen in der Wochenagenda einen fixen Platz einnehmen und dürfen nicht einfach wahllos zugunsten der Arbeit gestrichen werden. Ich musste lernen, eine integrierte Agenda zu führen, damit ich den Überblick behalte. Sonst laufe ich Gefahr, meine Zeit doppelt zu planen oder zu vergessen, Freizeit einzuplanen.

 

Sorge tragen zu meinem Geist

Ich persönlich glaube, dass jeder Mensch mit einem Geist ausgestattet ist, der die Frage nach Gott stellt. Unser Geist forscht. Er ist ein Entdecker und möchte mehr verstehen und erkennen. Der Geist steht in einer direkten Beziehung zu dem, was wir nicht sehen und dennoch fühlen. Das kann ich am besten am Beispiel des nächtlichen Sternenhimmels erklären: Wenn ich in der Ruhe der Nacht in den Sternenhimmel blicke, fühle ich mich geborgen und ein Teil des übergeordneten Ganzen.

 

Ich interessiere mich für alles, was ich nicht verstehe. Unser Geist braucht Nahrung. Den Geist zu füttern ist von grosser Bedeutung. Ich habe meinen Zugang gefunden. Ich denke viel über alte Schriften nach. Mein Geist erhält auch Nahrung im Gebet. Das Gebet hilft mir, meine Gefühle zu ordnen und meinen Glauben an Gott zum Ausdruck zu bringen.

 

Von der Weisheit zu lernen und mein Handeln von einer höheren Autorität geführt zu wissen, bedeutet für mich, an mir selbst und meinen Mitmenschen verantwortlich zu handeln.

 

Zu lernen, wie man am besten Sorge zu sich selbst tragen kann, ist ein lebenslanger Prozess. Nun würde es mich interessieren, wie Sie das in Ihrem Alltag anstellen und ob Sie Tipps dazu geben können. Nutzen Sie dazu die Kommentarfunktion im Blog. Vielen Dank!

 

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Sommerzeit.

 

Jakob Amstutz

Geschäftsleiter brocki.ch 

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Kommentare: 1
  • #1

    Marco Innocente (Freitag, 21 Juli 2017 16:48)

    Danke für den Einblick in deine regelmässige Wellness-Oase. Auch aus meiner Erfahrung ist das Konstante und die Balance von Anstrengung und Entspannung das Zentrale. Wichtig ist mir auch, dass ich mehrheitlich Freude dabei empfinde.

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